Die Blüte und die Garbe

Ich gehe von Drostes Rüschhaus aus dem Wald auf die Felder hinaus. Die Kastanienblätter rauschen. Das Getreide ist getroschen.

Flach geht der Weg dahin, die Schritte schnell.

An der Kreuzung ein Wäldchen mit ein paar Radfahrern vor einem großen, schmalen Naturstein. Sie fotografieren.

Auf dem Stein eine ovale Platte aus Bronze. Ein Frauenkopf im Profil, ihr Haar in einem Kranz hochgesteckt, weichen Locken fallen in die Stirn und in den Nacken.

Ein Radfahrer mit silbergrauen Haaren drückt auf den Auslöser.

„Hübsch.“

Er steigt auf sein E-Bike und fährt davon.

Ich trete näher an den Stein.

Am oberen Rand der Platte verläuft ein Satz:

‚Und doch ist des Sommers Garbe nicht geringer als die Blüten.‘

Ich erinnere mich an ihr Gedicht.

‚Die Jugend nimmt Abschied.‘

Ich schaue dem Radfahrer hinterher. Er wird auf dem Feldweg immer kleiner und kleiner.

Ich folge ihm.

Die Blüte ist schön. Die Ernte nicht geringer.