Keuchend schleppe ich mich den Berg hinauf. Der Rucksack schneidet in meine Schultern und zieht mich rückwärts ins Tal.
Ich nehme einen Schluck aus meiner Wasserflasche und schaue in die steil aufragende Geröllwand der Civetta neben mir. Weit oben klettert ein Steinbock leichtfüßig über die Steine, immer weiter die Wand entlang, bis er um die Ecke verschwindet.
Ich verschließe die Wasserflasche und gehe weiter. Ein großer Fels scheint mir im Weg zu liegen. Je näher ich komme, desto deutlicher hebt sich eine große Jesusstatue vom Felsen gegen den blauen Himmel ab. Mit den Händen vor der Brust begrüßt Gottes Sohn den Wanderer.
Unter der Statue erinnert eine Tafel an Marco Anghileri. Aus einem ovalen Bilderrahmen lächelt einem ein Bergsteiger entgegen. Die Inschrift erzählt von Marco, den man hier den König der Civetta nennt. Im tiefsten Winter hat er eine der gefährlichsten Kletterrouten bestiegen.
Ich hebe meinen Blick zur steil aufragenden Wand. Ich klettere nicht. Ich laufe nur. Für mich ist diese Wand unüberwindbar.
Die Tafel erzählt weiter von einer Winterbegehung am Mont Blanc, von einem Aufbruch ohne Rückkehr.
Ich gehe weiter.
Auch Könige können stürzen.