Der Heimkehrer

Ich laufe den Berg hinunter in das Dorf hinein.

Die Wanderstöcke auf dem Asphalt geben den Takt vor. In der Ferne sehe ich an einem Steinhaus das seit vielen Wochen vertraute gelbe Muschelzeichen auf blauem Grund. Den ganzen Tag weist sie dem Wanderer den Weg. Jetzt ist sie das Zeichen der Ankunft, das Zuhause für die heutige Nacht. Der Takt wird schneller.

Eine Bank vor dem Eingang der Pilgerherberge lädt zum Sitzen ein. Dankbar lehne ich die Stöcke an die Wand und strecke meine müden Beine aus.

Sanft plätschert der Brunnen vor dem Haus.

Ein Wanderer tritt aus der Herberge. Er begrüßt mich freundlich. Er zieht sich sein Shirt über den Kopf und die Socken aus und wäscht beides kurz im Brunnen durch. Die schwarzen Socken werden nicht mehr beige, das grüne Shirt bleibt grau.

Er erzählt von seinem langen Weg von Lübeck zurück nach Galicien. Viele Jahre hat er in Deutschland gearbeitet. Jetzt muss er zu seinen Eltern zurück. Sie können nicht mehr alleine für sich sorgen. Bald ist er zu Hause. Es ist nicht mehr weit.

Eigentlich meidet er die Herbergen. Dort ist ihm zu viel los. Er bleibt lieber für sich und schläft draußen. Aber heute Nacht soll es regnen, da schläft er lieber drin.

Ich schaue zum Himmel und sehe keine Wolke bis zum Horizont. Trotzdem spricht er vom Regen. Ich weiß nicht, was ich ihm antworten soll. Ich nicke nur, nehme meinen Rucksack und suche mir ein Bett zum Schlafen.

Am nächsten Morgen treffe ich den Wanderer am Frühstückstisch. Er will noch einen Tag bleiben. Bald soll der Regen kommen.

Ich nehme trotzdem meine Stöcke und wünsche ihm einen guten Weg.

Ich gehe aus dem Dorf hinaus.

Auch heute Nacht wird es nicht regnen.