Ich laufe aus dem Dorf den geschwungenen Feldweg entlang.
Der Kies knirscht unter meinen Sohlen. Blumen und Getreidefelder wiegen sich im Wind. In der Ferne stehen die weißen Gipfel der Alpen. Ein Traktor mäht das Gras.
Den Stein an der Wegbiegung kenne ich aus meiner Kindheit. Früher war er riesig. Jetzt reicht er mir ungefähr bis zur Brust. Der weiße Marmor fühlt sich glatt und kalt an.
Der Traktor hält neben mir, und der Bauer begrüßt mich freudig mit meinem Kindernamen aus lang vergangener Zeit. Er erzählt von den schweren Unwettern des letzten Jahres, die die Felder umgegraben und klaffende Narben hinterlassen haben.
Der Bauer klopft auf den Stein. Er schüttelt den Kopf.
„Manchmal verstehe ich ihn nicht“, sagt er leise.
Er dreht sich um und steigt wieder auf seinen Traktor.
Ich winke ihm zum Abschied zu. Gedankenverloren lese ich die eingravierte Schrift.
„Gott schütze diese Flure.“